Das Restaurant der russischen Kolonie Alexandrowka, © PMSG Andre Stiebitz

Die Russische Kolonie Alexandrowka | UNESCO-Weltkulturerbe

Ihren Beginn nimmt dieser pittoreske Ort durch eine ganz besondere Freundschaft zweier Herrscher. Auf Wunsch des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wird dieses Ensemble aus 13 traditionellen Holzhäusern russischen Stils 1826 erbaut. Es wird Alexandrowka benannt, in Anlehnung an den bereits im Jahr zuvor verstorbenen Freund und angeheirateten Verwandten Zar Alexander I.. Gedacht waren die russisch anmutenden Häuschen als Alterssitz für die letzten zwölf verbliebenen Sänger des russischen Soldatenchores aus dem ersten preußischen Garderegiment. Das dreizehnte Blockhaus diente einem Aufseher als Wohnstätte. Zu jedem der Häuser gehörte jeweils ein eigener großzügiger Garten und ein tierischer Mitbewohner, nämlich eine Kuh! Nur verheiratete Sänger durften hier übrigens einziehen, und so wurde manches Potsdamer Mädchen mit Musik und Gesang erfolgreich umworben und geehelicht. Die Sänger konnten die Blockhäuser zudem nur an direkte männliche Nachfahren vererben, und so fielen viele an den Hof zurück und wurden in späteren Zeiten ruhmreichen Feldherren zur Belohnung überschrieben.


Die Gesamtanlage wurde wie so manch anderer bedeutender Potsdamer Ort unter freiem Himmel von Gartenbaukünstler Peter Joseph Lenné entworfen. Er sah die Gärten als Orte der Muße und künstlerischer Inspiration für die hier angesiedelten Sänger. Auch um das geistige Wohl der russischen Barden war man besorgt. Neben dem Königlichen Landhaus auf dem anliegenden Kapellenberg wurde die russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Gedächtniskirche errichtet. Das Gebäude im altrussischen Baustil wurde nach Entwürfen des Sankt Petersburger Hofarchitekten Wassili Petrowitsch Stassow errichtet, doch Preußens bekannte Architekturikone Karl Friedrich Schinkel fügte dem Gotteshaus noch die klassizistischen Stilelemente hinzu. Die Alexander-Newski-Gedächtniskirche ist heutzutage das älteste russisch-orthodoxe Kirchengebäude im Westen Europas.


Seit 1999 ist die Kolonie Teil von Potsdams reichhaltigem UNESCO-Weltkulturerbe. In Haus 2 ist ein barrierefrei zugängliches Museum eingezogen, umrahmt von einem idyllischen Garten mit alten Obstsorten. Hier können Sie das Leben in einem der Blockhäuser nachempfinden, Küche und Wohnstube besuchen und tiefer in die Historie der Kolonie einsteigen. Das Museum Alexandrowka versteht sich als Zentrum der Freundschaft und Verständigung zwischen Russen und Deutschen. Nach dem interessanten Museumsbesuch erwartet Sie im Garten des Hauses 1 ein Caférestaurant, das zum langen Verweilen auffordert. Schmackhafte russische Spezialitäten wie Pelmeni, Kwas und Borscht werden Ihnen, wie soll es anders sein, von herzlichen russischen Gastgeberinnen serviert.


Die Stadt Potsdam ist sehr darum bemüht, den historischen Obstbestand in den Gärten zu rekonstruieren. So sammelte man bereits mehr als 600 alte Obstsorten und hat diese auch in der Kolonie wieder ausgepflanzt – insgesamt mehr als 1300 Obstbäume. Manche kulinarische Köstlichkeit vom Baum gibt es bereits seit 1272. Lassen Sie sich von ungewohnten Formen und Farben erstaunen! Es ist ein historischer Garten wie er seines gleichen sucht. 
Alexandrowka ist vor der Kulisse der blühenden Obstbäume ein wunderbares Ziel für die wärmeren und sonnenverwöhnteren Monate. Doch auch bei einem Besuch im Advent und zur Weihnachtszeit sollten Sie die russische Kolonie in Ihr Reiseprogramm aufnehmen. Das Museum Alexandrowka öffnet an zwei Adventswochenenden seine Pforten für den stimmungsvollen „Adventsgarten“ und trägt dazu bei, Sie mit russischen Märchen, Musik, Kunsthandwerk und Spezialitäten in Adventsstimmung versetzen. Binden Sie Ihren eigenen Adventskranz als eine Erinnerung an die einzigartige Atmosphäre zwischen den traditionellen Holzhäusern. Zwischen den Jahren wird zudem ein „Weihnachtsgarten“ veranstaltet, auf dem Sie sich die Hände gemütlich am Lagerfeuer oder am Glühweinbecher aufwärmen dürfen. Väterchen Frost freut sich schon auf Sie und möchte mit Ihnen auf ein glückliches neues Jahr anstoßen.

Öffnungszeiten:
Die Öffnungszeiten 2020 sind wie folgt:
6. bis 8. März, 13. bis 15. März, 20. bis 22. März, 27. bis 29. März 2020
2. April bis 31.Oktober 2020, Donnerstag bis Dienstag von 10 bis 18 Uhr.
Von Mai gibt September gibt es an jedem ersten und dritten Sonntag des Monats köstliche Leckereien vom Grill.
Gruppenbesuche oder Führungen außerhalb des Öffnungszeiten sind nach Absprache möglich. Wenden Sie sich an das Museum.
Zudem gibt es drei Termine im Dezember für den Advents- und Weihnachtsgarten.
Eintrittspreise:
Erwachsene Regulär: 3,50 €
Erwachsene ermäßigt: 3,00 €
Kinder unter 14 Jahre in Begleitung von ihren Eltern haben freien Eintritt.
Tickets sind direkt vor Ort erhältlich.
Ein Tipp für Geburtstagskinder: an Ihrem Geburtstag ist der Eintritt für Sie frei!

Alexandrowka | Impressionen

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Panoramablick auf Potsdam - BAHNHIT.DE, © getty, Foto: Seqoya

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