Die Altstadt von Lüneburg am Abend. - BAHNHIT.DE, © getty; Foto: igmarx

Städtereise Lüneburg | Die Salz- und Hansestadt

Im Paketpreis unserer Reiseangebote immer enthalten sind:

  • Übernachtung in ausgewählten Hotels inklusive Frühstück
  • Umweltfreundliche An- und Abreise mit der Deutschen Bahn (inkl. Sitzplatzreservierung und FreeCityTicket, wahlweise 1. oder 2. Klasse)
  • Verlängerung möglich

Lüneburg | Impressionen

In Lüneburg gibt es viel zu sehen. Besucherinnen und Besucher sollten jedoch immer auch einen Blick nach oben werfen. Warum? Ganz einfach: Die alte Salz- und Hansestadt war im Mittelalter für viele Jahrhunderte bis in die Neuzeit steinreich und das sieht man glücklicherweise noch heute. Unzählige Backsteinhäuser mit pittoresken Giebeln, in Treppen oder Schneckenform, Figuren, Wappen und Bilder säumen die Straßen der Innenstadt. Der berühmte Taustein, der Modestein im 16. Jahrhundert – Steine, so angeordnet, dass sie wie ein Tau an den Häuserfronten prangen – ist gar eine Lüneburger Erfindung.

Drei Siedlungen waren der AnfangLebendiges Mittelalter

Der Ort „Hliuni“ am Kalkberg mit der Burg, das Benediktinerkloster mit einer Siedlung  sowie einem ergiebigen Salzstock darunter und der Ort „Modestorpe“ etwa einen Kilometer weiter östlich am Westufer der Ilmenau waren die Geburtsstätten für die politische und ökonomische Entwicklung der Stadt. Um diese Kerne entwickelte sich bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts die Stadt Lüneburg. 

956 wurde Lüneburg erstmals als „Luniburc“ in einer Urkunde Otto I. erwähnt, in der er dem Benediktinerkloster St. Michael auf dem Kalkberg den Zoll aus dem Salzverkauf der Saline zusprach. Das damals rare Gut Salz machte Lüneburg reich und mächtig. Es verlieh der Stadt als Produktionsstätte Gewicht in der Hanse, dem Bund mächtiger und einflussreicher Kaufleute im norddeutschen Raum.

Schon 1363 strebte Lüneburg selbst die Mitgliedschaft in der Hanse an und bezahlte das „Eintrittsgeld“, aber erst 1371 trat die Stadt dem Handelsbund endgültig bei.

Zur gleichen Zeit lehnten sich die Lüneburger Bürger gegen ihres wegen seiner Grausamkeit bekannten Herzog Magnus Torquatus auf. Sie zerstörten die Burg auf dem Kalkberg und das eng mit den Fürsten verbundene St. Michaeliskloster. Nach heftigen Kämpfen verjagten sie schließlich den Herzog. Dadurch wurde Lüneburg nahezu selbstständig und als Mitglieder der Hanse sehr einflussreich.

Wall, Mauern und Graben bildeten die 1443 fertiggestellte Stadtbefestigung von Lüneburg. Die Stadt trug schwer an den entstandenen Schulden durch den Bau. Die sollten die reichen Besitzer der Siedepfannen, die Sülzprälaten (Sülfmeister), übernehmen, aber natürlich weigerten sich die meisten. Damit kam es zum Prälatenkrieg, in dem die Sülzprälaten zeitweise den Rat, vom Papst unterstützt, stellten. Doch die Bevölkerung und auch die befreundeten Handelsstädte wehrten sich. Am Ende wurde der alte Rat wieder eingesetzt.

Der blühende Handel verhalf Lüneburg zu immer größerem Reichtum. 14.000 Einwohner zählte Lüneburg damals. In der deutschen Geschichte zu damaliger Zeit eine Großsstadt.

Zum Ende des 16. Jahrhunderts bekam Lüneburg im Salzhandel immer stärkere Konkurrenz und der Handel ging merklich zurück. Der 30-jährige Krieg tat sein Übriges und stürzte die einst so reiche Stadt in Armut und wirtschaftliches Chaos. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 verlor Lüneburg sämtliche Privilegien und wurde eine gewöhnliche herzogliche Landesstadt.

Durch Erbfolge fiel Lüneburg an das kurfürstliche Hannover und als das Napoleonische Herr Europa überrannte, wurde auch Lüneburg von französischen Truppen besetzt. 1810 fiel sie dann direkt an Frankreich und bildete den District Lüneburg im Departement Elbmündung.

Als rund 50 Jahre später die erste Bahnlinie eröffnet wurde begann in Lüneburg das Zeitalter der Eisenbahn und der Industrie. Die Stadt entwickelte sich zu einem Verkehrsknotenpunkt.

Nach 1918 gab es etwa 25.000 Einwohner in der Stadt – so viele wie nie zuvor in der Geschichte von Lüneburg. Die Saline wurde 1923 zu einer Aktiengesellschaft. Die Mehrheit der Aktien hielt die Stadt Lüneburg selbst.

Obwohl Lüneburg im zweiten Weltkrieg nach der der Machtübernahme der Nationalsozialisten zu einem Kasernenstandort ausgebaut wurde, bliebt die Stadt weitgehend vor Bombenangriffen verschont. So sind heute über 1.400 Baudenkmäler erhalten geblieben und liebevoll restauriert worden was Lüneburg zu einer wahren Perle unter den Hansestädten des Nordens macht.

Der Berliner Fernsehturm und die City Ost bei Sonnenaufgang - BAHNHIT.DE, © Foto: Rafael Dols

Alle Angebote für 4-tägige Städtereisen

Entdecken Sie alle unsere Angebote für 4-tägige Städtereisen mit der Deutschen Bahn.

Immer inklusive: 

✔ umweltfreundliche An- und Abreise mit der Deutschen Bahn
✔ 3 Übernachtungen in ausgewählten Hotels mit Frühstück
✔ Sitzplatzreservierung
✔ City-Ticket

Die Sau war's | Eine salzige Geschichte

Vor mehr als tausend Jahren streiften Jäger durch die Wälder des Lüneburger Landes. Durch die Brüche und Sümpfe an der Ilmenau entlang verfolgten sie eine Spur von einem Wildschwein. An einem sonnigen Hang fanden sie die mächtige Sau schlafend. Sie staunten nicht schlecht, denn das prächtige Tier hatte schneeweiße Borsten. Sie erlegten das Tier und untersuchten es. Neugierig probierten Sie die weißen Kristalle und stellten erstaunt fest, dass es sich um Salz handelte. Die Körnchen klebten dicht an dicht an den Borsten. Die Jäger verfolgten die Fährte des Tieres zurück und gelangten an einen Tümpel, in dem das Schwein sich zuvor offensichtlich gesuhlt hatte. Auch das Wasser schmeckte salzig. Jetzt war klar, wie die Sau zu ihren salzigen Borsten gekommen war.

Die auch heute noch berühmte Salzsau bescherte den Lüneburgern die Quelle zu großem Reichtum, denn durch sie entdeckten die Lüneburger, dass ihre Stadt auf einem großen Salzstock steht. Über 1.000 Jahre, bis 1980, wurde in der Lüneburger Saline das „weiße Gold“ abgebaut.

Salz war im Mittelalter besonders wertvoll, um Lebensmittel wie den heimischen Stint haltbar zu machen. Die Bürger halten die Wildsau, die den Weg zur Solequelle zeigte, noch heute in Ehren. So hängt im Lüneburger Rathaus bis heute ein Schinkenknochen des Tieres. Und im Jahr 2000 waren in der Lüneburger Innenstadt kunstvoll gestaltete Salzsäue zu sehen. Die 157 Kunstobjekte mit Namen wie „Keilerix“, „Des Metzgers Mörder“ oder „Lüneburger Heidi“ wurden am Ende der Open-Air-Galerie auf dem Platz Am Sande versteigert. Der Erlös kam dem Salzmuseum Lüneburg zugute. Noch heute stehen einige Kandidaten der „Salzsau-Parade“ in Lüneburg und erinnern an die Kunst-Aktion.

Ihr BAHNHIT.DE-Reiseservice | Wir beraten Sie gern

Kontakt Bild

Sollten Sie eine Beratung wünschen oder Fragen zu unseren Reiseangeboten nach Lüneburg haben, steht Ihnen Ihr persönlicher BAHNHIT.DE-Reiseberater an jedem Tag der Woche zur Verfügung.